Blasorchester

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Klangvolle Bergreise mit dem TG-Blasorchester

Veröffentlichung: NNP (29.04.2026)

Das Blasorchester der TG Camberg entführt Besucher musikalisch in alpine Höhen / Der Applaus des Publikums ist ihm beim Frühlingskonzert gewiss

Nach dem letzten Stück: Orchesterleiter Mathias Müller-Lenz „präsentiert“ sein Orchester.Foto: Susanne van Someren Von Susanne van Someren

BAD CAMBERG. Wie jedes Jahr im Frühling hat das Blasorchester der TG Camberg in die Stadtkirche zu ihrem traditionellen Konzert eingeladen. Trotz des schon fast sommerlichen Wetters sind die Bad Camberger zahlreich gekommen, um sich – so im Programm angekündigt – auf eine klangliche Reise in die Berge mitnehmen zu lassen: Fast alle Plätze waren besetzt. Und irgendwie passend zur „Bergtour“ waren alle Besucher noch in Jacken gekleidet, denn in der großen Stadtkirche bleibt es meist bis in den Sommer hinein recht frisch.
Gleich mit dem ersten Stück „Alpina Fanfare“ des Schweizer Komponisten Franco Cesarini wurde das Publikum in die Bergwelt „hineingeworfen“. Die charakteristischen fanfarenartigen Motive der Posaunen und Hörner sowie die fulminanten Pauken und Becken gleich zu Beginn erzeugten eine imposante Wucht im Kirchenraum. Sie erinnerten an die Alphornrufe in den Schweizer Alpen. So kommentierte es Anna Katharina Eufinger im Anschluss in ihrer – wie immer eloquenten und charmanten – Moderation und ergänzte: „Ich hoffe, Sie haben alle Wanderschuhe eingepackt; denn heute haben wir einige Höhenmeter vor uns.“ Das abwechslungsreiche Programm war wieder vom musikalischen Leiter Mathias Müller-Lenz fachkundig zusammengestellt worden. Und seit November hatte das Blasorchester fleißig geprobt. Das Ergebnis war wieder einmal beeindruckend.

Soli auf den Flügelhörnern

Mit „Alpina Saga“ erklang eines der programmatischeren Werke des Abends. Es wirkte erzählerischer, getragener. Die musikalischen Kontraste in Rhythmus, Tempo und Lautstärke ließen sich als verschiedene Naturphänomene wie Nebel, Gewitter und aufziehenden Sturm deuten. Im folgenden „Zauber der Berge“ wurde das Tempo zurückgenommen. Mit seiner Nähe zur alpenländischen Volksmusik klang es gleich sehr folkloristisch und vertraut. Leon Kadletz und Markus Heun überzeugten hierbei mit ihren Soli auf den Flügelhörnern, unterstützt von Trommelwirbeln und dem Glockenspiel. Ein gelungenes Zwiegespräch.
Das Stück „Mount Everest“ von Klees Vlack nahm das Publikum mit in den Himalaya. In drei „Kapiteln“ wurde zunächst das „Dorf der Sherpas“ besucht, dann der Aufstieg und zuletzt der Ausblick vom Berg aus sowie die beeindruckende Weite thematisiert. Orientalisch angehauchte Rhythmen im Schlagwerk beschrieben die Atmosphäre im Dorf. Beim Aufstieg wurde die Musik bewegter, drängender, dramatischer. Man spürte die Anstrengung des Aufstiegs, das Orchester schwang sich geradezu in einem Crescendo empor, um schließlich – oben am Gipfel angekommen – in ein fast stilles Staunen überzugehen. Sehr berührend.
In „Mountain Wind“ ging es um den Wind, der als Bewegung durch die Berge zieht. Die Bläser, hierbei mal als „Tutti“, wogten gemeinsam dahin. Allein das wunderbare Trompetensolo von Rebecca Weddig stach heraus. Sie hat seit diesem Jahr auch die Leitung der Musikabteilung übernommen. Oliver Lenz und Monika Eufinger wurden – nach elf Jahren – mit Applaus aus ihrem Amt verabschiedet. In dem Programm „Bergwelten“ durfte natürlich der „Glacier Express“ nicht fehlen, der das Erleben der Schweizer Berglandschaft in Bewegung und mit lyrischen Melodien beschreibt. Und mit „Lord Tullamore“ und „Highland Cathedral“ wurden die Besucher zum Schluss noch mitgenommen nach Irland und in die Schottischen Highlands, bevor das Orchester nach dem bekannten „La Montanara“ als Zugabe vom begeisterten Applaus des Bad Camberger Publikums belohnt wurde.

Erstellt am 02.05.2026 von Redaktion