75. Jubiläum 2025

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Die Musikabteilung wird 75 Jahre

Unsere Geschichte - kurz und bündig

Erste Anzeichen einer Turnermusik in der Turngemeinde gibt es bereits in den Jahren 1886 und 1887, es ist der Ankauf von Trommeln und Pfeifen protokolliert. Bis zum zweiten Weltkrieg ist mehrfach über die Versuche einer Gründung eines Trommler- und Pfeifercorps nachzulesen, allerdings gibt es keine kontinuierlichen Erwähnungen.
Im Jahr 1950 übernimmt die Turngemeinde den Spielmannszug des katholischen Jünglingsvereins, zu dieser Zeit noch mit Flöten, Trommeln und Fanfaren. Anfang der 60er Jahre hat der Spielmannszug bereits 27 aktive Mitspieler. Zu den bisherigen Instrumenten kommen jetzt Blechblasinstrumente und im Jahr 1971 werden die Spielmannsflöten durch Klarinetten ersetzt. Der Spielmannszug wird in Musikzug umbenannt und der musikalische Schwerpunkt ist ab jetzt der Bereich der Blasmusik. Zum Jubiläum der Turngemeinde 1973 präsentiert sich der Musikzug in neuen grau-blauen Uniformen, die Nachwuchsausbildung schreitet fort und erste Teilnehmer sind erfolgreich bei Fortbildungslehrgängen des hessi-schen Turnverbandes. Nach einer großen Werbeaktion wird 1978 mit 28 Schülern das erste Bläser-Vororchester gegründet.
Mit einem ganzheitlichen Ausbildungs-konzept fördert die Musikabteilung heute musikinteressierte Kinder im Vorschulalter bis zum fertigen Musiker. Dafür stehen ausgebildete Übungsleiter(innen), private Musiklehrer sowie Musikschulen mit professioneller Ausbildung zur Verfügung. Im ständigen Angebot der Musikabteilung sind seit 1999 Kurse in „Musikalischer Früherziehung“ und seit dem Jahr 2000 Blockflötengruppen. Im Anschluss daran wird Instrumentalunterricht vermittelt und begleitet und frühes gemeinsames Musi-zieren in einem Schüler- oder Jugendorchester angestrebt.

Download der Jubiläumsausgabe des TG-Reports: TG Report Jubiläum Musikabteilung

Die Historie des Blasorchesters aus Sicht eines der wichtigsten Gründungsmitglieder:

In Kurzform seien hier die Hintergründe beschrieben, wie es dazu kam, dass sich in Camberg ein modernes Turnerorchester finden konnte.

Im Jahr 1956 war Herbert Schmitt zur Ausbildung in Bamberg. Er war zu diesem Zeitpunkt einer der wenigen in Camberg, der aufgrund seiner Musikalität auch Noten lesen konnte. Er spielte zunächst Gitarre und war Feuer und Flamme, als er in Bamberg, anlässlich des damaligen Turnfestes, die großen Spielmanns- und Fanfarenzüge sah.
Zurück in Camberg begann er Trompete zu spielen und hörte eines Abends Fanfarenklänge aus der Turnhalle. Er war zunächst nicht von der Qualität des Spiels überzeugt und erkannte, dass man nicht nach Noten, sondern mit Zahlenreihen spielte. Als er begann zu hinterfragen, warum man nicht nach Noten spielte, verließ der damalige Übungsleiter die Turngemeinde. Herbert Schmitt ließ sich daraufhin das Querflötenspielen beibringen und übernahm den Übungsbetrieb. Tambourmayor wurde zu dieser Zeit Josef Frings, der ein Faible für Marschmusik und dem Marschieren hatte. Peu a peu wurde das Lesen von Noten eingeübt und die Formation wurde ständig um neue Instrumente erweitert.
Es kam schon damals zu kuriosen Gegebenheiten:  So trug es sich zu, dass die Sängerin Mary Rose eines Tages mit Partner auftauchte. Er wollte Volleyball spielen und sie setzte sich zu den Proben der Musiker.

Im weiteren Verlauf der Historie fanden dann auch Klarinette, Posaunen und Horn den Weg zum Spielmannszug und man gab das Trommeln und Pfeifen auf. Fortan entwickelte sich das musikalische Treiben hin zu einem Musikzug. Höhepunkte waren u.a. auch die musikalische Teilnahme an „Spiel ohne Grenzen“, einer TV-Show, musikalische Ausflüge in die französische Partnerstadt „St. Pol sur mer“ und die Fahrt mit dem Landrat zu den Kreuzberger Festtagen nach Berlin.

Bevor Herbert Schmitt aus beruflichen und gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur Verfügung stehen konnte, übernahmen Iris Schmidt 1978 als Abteilungsleiterin und sie konnte Hans Steiner als Übungsleiter und Dirigenten gewinnen. Mit der Ära Steiner erfolgte dann die kontinuierliche und erfolgreiche Entwicklung zum modernen Blasorchester und es wurden unterschiedlichste Angebote für die Nachwuchsausbildung erarbeitet und angeboten, von denen die Musikabteilung noch heute profitiert.

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Kirchenkonzert des Blasorchesters im Jubiläumsjahr

BAD CAMBERG. Für ihr 75. Jubiläum in diesem Jahr hatte sich die Musikabteilung der TG Camberg ein beeindruckendes Programm vorgenommen. Das Publikum sollte auf eine abwechslungsreiche Klangreise mitgenommen werden, passend zum Frühlingserwachen. Und die zahlreich erschienenen Gäste in der katholischen Pfarrkirche St. Peter und Paul wurden an diesem Sonntagabend nicht enttauscht. Die Bankreihen waren bis zum letzten Platz gefüllt. Wer spät kam, musste auf der Empore Platz nehmen. Dies zeigte schon vor Beginn des Konzertes: Die Bad Camberger identifizieren sich sehr mit „ihrer" Turngemeinde und offenbar besonders mit deren Blasorchester. Eine große Unterstützung und Anerkennung für die - größtenteils - Hobbymusiker.  

Die immer sehr andächtige Atmosphäre in der Pfarrkirche wird gleich mit dem ersten Vortrag dynamisch gebrochen: „Rise Of The Firebird" ist ein fulminantes, fanfarenartiges Konzertstück, das voller Energie und Vitalität den Abend eröffnet. Die eindrucksvollen tiefen Bläserklänge werden dabei erst unterstützt von treibenden Schlagzeugrhythmen. Später hellen die fröhlichen Klänge der Flöten die Stimmung auf. Die Musikabteilung ist an diesem Abend mit 53 Musikern als „sinfonisches Blasorchester" angetreten. Es hat also in erweiterter Besetzung die Unterstützung von Schlagzeug und Schlagwerk sowie einem Kontrabass. Der Unterschied zum klassischen „Sinfonieorchester" auch: die kraftvollen Saxofone. Dirigiert wird von Mathias Müller-Lenz, der das Orchester seit 2018 leitet. Mit der Moderation unterstützt ihn den Abend hindurch Anna Katharina Eufinger. Sie ist am Schlagwerk auch Teil des Orchesters, aber vielen Bad Cambergern als begabte Sopranistin bekannt. Doch heute überzeugt sie vor allem als charmante und eloquente Moderatorin.  

Verschmelzung zu einem Klangkörper  

So erklärt sie zum zweiten Programmpunkt „Klangfusion": die Intention dieses titelgebenden Stückes des Südtiroler Komponisten Armin sei „die Verschmelzung vieler Musikanten zu einem Klangkörper". So wie die von ihm verwobenen Naturmotive aus seiner Heimat sollte ebenso aus den ehemals drei Kapellen eine Einheit entstehen. Und auch die Bad Camberger Musiker stellen dies eindrucksvoll unter Beweis: In den drei Sätzen entsteht beim gemeinsamen Musizieren eine wunderbare Harmonie. Besonders beeindrucken hierbei das kurze stimmungsvolle Saxofonsolo sowie die Hörner der Blechbläser. Es folgen die Stücke „Sunday Market" und das allseits bekannte „Somewhere Over The Rainbow" (von Harold Arlen) aus dem amerikanischen Filmmusical „Der Zauberer von Oz".  

TG Blasorchester erfolgreich auf Deutschem Musikfest in Ulm

Im Rahmen des 75jährigen Jubiläums der Musikabteilung der TG Camberg hatte sich das Blasorchester am vergangenen Wochenende auf den Weg zum Bundesmusikfest nach Ulm gemacht. Über 20.000 Musizierende aus 435 Orchestern und Musikvereinen aus dem gesamten Bundesgebiet gestalteten hier vom 29. Mai bis zum 1. Juni mehr als 500 Veranstaltungen an rund 45 Spielorten in Ulm und Neu-Ulm. Die Stadt wurde zur Bühne für Open-Air-Konzerte, Wettbewerbe, Wertungsspiele, Galakonzerte und vieles mehr.

Nach über 20 Jahren Pause stellte sich auch das Blasorchester der TG Bad Camberg wieder der Herausforderung eines Wertungsspiels und ließ sich, neben 150 anderen  Blasorchestern, von einer professionellen Jury beurteilen. Und das mit vollem Erfolg! Das Blasorchester unter der Leitung von Mathias Müller-Lenz wurde in Ulm mit dem Prädikat „Sehr gut“ ausgezeichnet. Das ist eine große Anerkennung für die kontinuierliche Arbeit des Orchesters und seines Dirigenten.

Obwohl das Wertungsspiel für die Musikerinnen und Musiker der Höhepunkt der Ulmreise war, hatte der Aufenthalt nicht nur musikalisch viel zu bieten. Neben dem Wettbewerb genoss das Blasorchester einige schöne Tage mit herrlichem Wetter, einer tollen gemeinsamen Ausflugsfahrt nach Blaubeuren und ausgelassener Stimmung.

Klar ist: Nach diesem gelungen Neustart beim Wertungsspiel wird es sicher nicht wieder so lange bis zur nächsten Teilnahme dauern.Das erfolgreiche Abschneiden in Ulm ist nicht nur ein musikalischer Meilenstein, sondern auch Motivation für die kommenden musikalischen Projekte. Interessierte  können sich bereits jetzt den Termin für das Jubiläumskonzert am 14. September 2025 notieren. Das Konzert wird ganz besonders für Familien angelegt sein und in der TG Halle in der Jahnstraße in Bad Camberg stattfinden. 

Blasorchester Ulm 2025

Detektiv Allegro

Speziell für Kinder und Familien! Wir brauchen DICH zum Lösen eines kniffligen Falles durch "Detektiv Allegro". Auf der Suche nach verschwundenen Noten, ist Detektiv Allegro aktiv und benötigt die eifrige Mithilfe von den Besuchern. Im Anschluss könnt ihr bekannte Musik aus Filmen für Kinder und Jugendliche hören!

Detektiv Allegro

Das Konzert musste aufgrund von Krankheit ausfallen

 

Ausflug nach St. Goarshausen am 11.10.2025

Unser Mann am Kontrabass, Kurt ist Teil einer Winzergenossenschaft, die an einem Hang bei St. Goarshausen leckeren Wein produziert. Dies nahmen wir als Anlass für einen schönen Ausflug. Zunächst mussten wir mit der Bahn den Weinort St. Goarshausen am Rhein anfahren. Von dort aus starteten wir mit dem ersten Teil einer kurzen aber steilen Wanderung in die Hanglage, wo uns Kurt, seine Frau Gerlinde, Mathias und Barbara erwarteten. Es gab Worscht, Käse und süße Leckereien und wir durften von etlichen Sorten leckeren Weiß- und Rotwein probieren. Allerdings hatten wir auch ein Geburtstagskind unter uns. Wir überraschten unseren Saxophonisten Noah daher mit ein paar Instrumenten und spielen ein kleines Ständchen. Nach einer ausgiebigen Pauseund schon aufgeheizter Stimmung  ging es dann zu Fuß weiter, zunächst in luftiger Höhe entlang des Loreleyrings und entlang der Burg Katz wieder nach unten. Im Ort angekommen suchten wir noch eine Weinstube auf, in der wir es uns bei Essen und Trinken wieder gut gehen ließen, bevor es abends dann mit der Bahn wieder zurück nach Bad Camberg ging.

Ausrichtung des HTV Landeslehrgangs am 1.3.2026

Beim Landeslehrgang in Bad Camberg wird Tradition mit modernem Klang verbunden und ein spezielles Erlebnis geboten  

Kurkonzert HTV Lehrgang 2026

 BAD CAMBERG. Mit einem Konzert der Superlative beginnt der März im großen Saal des Kurhauses von Bad Camberg. Wer hat je schon so viele Stühle auf der Bühne gesehen? Wer so viele Musiker, die sich den Platz mit ihren Notenständern und den Instrumenten teilen? Zum alljährlichen Landeslehrgang des Hessischen Turnerverbandes (HTV) hatte diesmal die Turngemeinde Camberg eingeladen. 70 Musiker sind aus ganz Hessen gekommen, um mit drei Dozenten neue Stücke einzuüben. Interessiert beobachten die Zuhörer, wie da sorgfältig Trompeten, Klarinetten, Querflöten, Saxofone, Waldhörner und viele weitere Instrumente gestimmt werden. „Da werden einem ja die Ohren wegfliegen", sagt eine Stimme im Saal.  

Nein, schon mit dem flotten Marsch „Arsenal" (Jan Van der Roost) beweist dieses Ensemble, dass es fein ausgewogen und mit fließenden Melodiebögen zwischen den markigen Fanfaren den Ohren schmeicheln kann. Der Moderator und Dirigent Mathias Müller-Lenz hat schon mit seinen ersten Sätzen die Lacher auf seiner Seite. Er erklärt, dass auf der Bühne alle Musiker gleichzeitig Turner sind: „Musiker werden eben die, die fürs Reck nicht geeignet sind." Das aus allen Ecken Hessens zusammengewürfelte Orchester spielt alles. Es ist eine Werkstatt, deshalb tragen die Musiker nicht Frack. Ja, und laut wird es, meint er, aber dann zeigt er dem besorgten Publikum mit großer Geste die Fluchtwege.  

Bis tief in die Nacht geprobt  

Hatte der Spezialist für Polka und Marsch, wie Müller-Lenz seinen Kollegen Kilian Kumpf augenzwinkernd nennt, „Arsenal" dirigiert, so tritt Nico Leikam aus Mainz jetzt für „King's Fire" (Stephan Kostner) ans Pult. Um den Kampf um die englische Krone soll es gehen, fügt der Moderator hinzu. Tatsächlich regt die Programm-Musik die Fantasie an. Aus waberndem Nebel hört man Glöckchen, jede Instrumentengruppe hebt sich einzeln aus dem rhythmischen Untergrund und entwickelt eigene Bilder, mal fein ziseliert wie Spitze, mal romantisch. Da stören plötzlich Dissonanzen empfindlich die Harmonie. Kampf und Frieden im Wechsel. Das Publikum bedankt sich für die reife Leistung. Großartig gespielt. Und das, so ein Running Gag des Moderators, obwohl bis zwei Uhr nachts „geprobt" wurde und eigentlich alle müde sind.

Jahrhunderte musikalischer Erfahrung sitzen auf der Bühne, meint Müller-Lenz, die Vernetzung bei den Lehrgängen ist wichtig, vor allem aber der Spaß. Und das spürt man, ob bei der fröhlichen und sehr gefälligen Polka „Soczewica" (kleine Linse) oder dem majestätisch beginnenden „Unica musicae". Ergreifend ist „Baba Yetu" (Vater unser auf Suaheli), die Musik zu dem Computerspiel Civilisation IV, die mit dem Grammy geehrt wurde. Crescendi steigern sich bis zu einem monumentalen Gesamtklang, selbst in ruhigen Passagen bleibt die Spannung erhalten. Die Zuhörer halten die Luft an, dann brandet der Beifall auf.

Der Moderator spricht von den Registerproben in den „Katakomben" und vom Versuch, alle auf die Bühne zu bekommen. Es ist der Augenblick des Danks an den TG, der alles organisiert hat, an den Gastgeber Kurhaus, die Mit-Organisatorin vom HTV, Jessi Brahms, an die Dirigenten, an die Zuschauer fürs Kommen. Mit dem schwer zu spielenden Medley aus den 80ern, deren einzelne Titel das Publikum mit ansingen soll, sind endgültig alle „losgelöst von der Erde". Der Schlussapplaus will gar nicht enden. „Musik, Musik" fungiert als Zugabe und Rausschmeißer.