Blasorchester

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TG Blasorchester: Serenade mit monumentalen Emotionen

Veröffentlichung: FNP & Lokale ()

Das TG Blasorchester ist stolz auf sein gelungenes Comeback. Die Serenade im malerischen Amthof von Bad Camberg lockte sehr viele Besucher an. Da war es wieder, dass prickelnde Gefühl eine Bühne für die musikalische Arbeit zu haben und in begeisterte Gesichter zu schauen.

Dirigent Mathias Müller-Lenz, der auch selbst witzig und informativ durch das Programm führte, bot mit seinen Musiker*innen ein abwechslungsreiches Programm. Als musikalischer Opener diente „Figaros Hochzeit“, aus der Opera buffa von Wolfgang Amadeus Mozart.

Danach gab das Schüler- und Jugendensemble, unter der Leitung von Johannes Eufinger, einen Einblick in die musikalische Arbeit. Die „Peer Gynt-Suite“ nach einer nordischen Sage, von Edward Grieg und „Feuervogel“, aus dem gleichnamigen Ballett mit der Musik von Igor Strawinsky, wurden von den Schüler*innen der Instrumentalausbildung und ihrem Dirigenten engagiert vorgetragen.

Weiter ging es mit dem Blasorchesters und dem Werk „Adagio“ aus Spartacus, von Aram Chatschaturjan. Es thematisiert die dramatische Liebesgeschichte des einstigen Sklaven und Gladiatoren Spartacus und seiner Geliebten Phrygia. Die Ballett-Musik des Komponisten Chatschaturjan erinnert an vielen Stellen an den Film „Spartacus“ mit Kirk Douglas aus dem Jahr 1960 und im Kopf spielten sich romantische und dramatische Szenen des Filmgeschehens ab.

Das „Vilia Lied“, aus der Operette „Die lustige Witwe“, des ungarischen Komponisten Franz Lehar,  bot den Kennern dieses Genres Gelegenheit zum Schwelgen.

Das folgende Werk „Die Pinien der Via Appia“ von Ottorino Respighi war sicherlich ein weiteres Highlight dieses musikalischen Abends. Das Orchester verstand es durch gekonnte Dramatik beim Aufbau der musikalischen Elemente das folgende Bild in die Köpfe der Besucher zu transportieren: Eine Nacht über der römischen Ebene – mehrerer Legionen von römischen Soldaten erwachen nach einer durchzechten Siegesnacht aus dem Schlaf. Nach und nach erheben sie sich, packen ihre Sachen, bis sich das gesamte Heer auf den Weg zum triumphalen Einmarsch in Rom macht. Ein wahrlich bewegendes Werk für Orchester und Zuhörer!

Da in der Musikabteilung der TG Camberg nicht nur instrumentaler Nachwuchs gefördert wird, sondern auch der für das Dirigat, übernahm danach Selina Lenz den Taktstock.

Sie fuhr im Programm mit dem „Second Walz“ von Dmitri Schostakowitsch fort.

„Dona Nobis Pacem“ – Gib uns Frieden. Der Titel dieses Stückes, aus der Feder von Thomas Doss, kann aktueller nicht sein. Es bohrte sich mit seiner sehnsuchtsvollen Melodie in die Seelen von Musiker*innen und Publikum.

Das Werk „Alleluia“ von Randal Thompson wurde von Dirigentin Selina Lenz, im Rahmen ihrer Dirigentenprüfung, aus einem vierstimmigen Choralsatz heraus für ein großes Blasorchester arrangiert. Randal Thompson komponierte dieses Werk im Frühling 1940. Beauftragt wurde er damit, zu den Feierlichkeiten der Eröffnung des Berkshire Music Centers eine Fanfare zu komponieren. Aber in Anbetracht der Kriegsgeschehen in Europa und der Angriff auf Frankreich durch die Nationalsozialisten, weigerte sich Thompson, eine Fanfare zu schreiben und komponierte dieses musikalische Gebet für das Boston Symphony Orchestra.

Nach diesen bewegenden Momenten übernahm Müller-Lenz wieder den Leitung und kündigte das finale Stück des Orchesters an. Wieder ein monumentales Tonbild mit dem Namen „Das große Tor von Kiew“. Der Komponist Modest Mussorgski beschreibt hier im Rahmen seines musikalischen Gesamtwerkes „Bilder einer Ausstellung“ das Gemälde eines Gebäudes, das nie erbaut wurde. Beim Hören entstanden Bilder zum russischen Zarenreich, einer russisch-orthodoxen Kirche mit Mönchgesang und einer gewaltigen Architektur.

Dem reichlichen Applaus geschuldet bot das Orchester mit dem „Ungarischen Tanz No. 5“ eine flotte Zugabe. Damit ging sicherlich jeder der Anwesenden angeregt, zufrieden und mit einem Ohrwurm mehr nach Hause.

Serenade 2022 BO

Serenade 2022 JO

Erstellt am 29.07.2022 von Oliver Lenz