Drei Chöre in Harmonie
Von Anneke Jung
Bad Camberg. Mit einer überaus gelungenen Konzertveranstaltung wurde die neu gestaltete Halle der Turngemeinde nach dringend notwendig gewordenen Sanierungsarbeiten wieder eröffnet. Dabei wurden gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Zum einen ergab sich ein festlicher Rahmen zur Eröffnung, zum anderen wird die vom Rotary-Club Bad Camberg-Idstein als Benefiz-Konzert organisierte Veranstaltung helfen, noch vorhandene Finanzierungssorgen zu verkleinern.
Es ist auch als Zeichen von Gemeinschaftssinn zu werten, dass sich die drei Camberger Chöre bereit gefunden hatten, diesen Abend zu gestalten. Wie die Festredner immer wieder betonten, war dieser gute Geist während der gesamten Planung und Durchführung der sehr kurzfristig notwendig gewordenen Bauarbeiten zu spüren gewesen.
Vorsitzender Pflüger, dem man die nur allzu verständliche Erleichterung und Freude über die gut abgelaufene Sanierung förmlich ansah, dankte sowohl den offiziellen Stellen für die gute Zusammenarbeit, als auch den zahlreichen Firmen und Bürgern, die bereits über 20 000 Euro für den guten Zweck gespendet haben. Besonders lobte er auch die über 130 ehrenamtlichen Helfer, die mehr als 2200 Arbeitsstunden geleistet haben.
Auch der Präsident des Rotary-Clubs, Harald Pabst, zeigte sich beeindruckt von dem gelungenen Werk. Erfreut äußerten sich auch die anwesenden Honoratioren allen voran Finanzminister Karl-Heinz Weimar, der in launigen Worten die Vorverhandlungen Revue passieren ließ und den funktionierenden Gemeinschaftssinn der Camberger hervorhob. Ähnliches äußerten auch Bürgermeister Wolfgang Erk und Stadtverordnetenvorsteher Walter Becke, die auch Beiträge zur weiteren Finanzierung überreichten.
Die drei Chöre hatten ein abwechslungsreiches und unterhaltsames Programm zusammengestellt .
Unter der Leitung von Jürgen Fassbender machte der gemischte Chor des MGV 1846 den Anfang. Mit interessanten, überwiegend modernen Volksliedbearbeitungen aus aller Welt zeigten sie, dass diese Musikgattung keineswegs altbacken und langweilig klingen muss. Die schwungvollen, mit viel Sinn für effektvolle Akzente vorgetragenen Stücke kamen beim Publikum gut an. Ohne Zugabe kamen die Damen und Herren daher auch nicht von der Bühne.
„Die Coolen“, sozusagen die Junior-Abteilung des MGV, machten ihrem Namen alle Ehre. Unter der Leitung von Ulrich Diehl boten sie mit Jazz, Pop und modernem Vocal Swing nicht nur pfiffige Interpretationen sondern auch eine tolle Bühnenshow. Bei Stücken wie „Schöne Leute“, „Under the Boardwalk“ oder dem unvergleichlichen „King of the Road“ stieg die Stimmung im Saal beträchtlich. Auch hier war natürlich eine Zugabe fällig, die mit einer witzigen Version der „Biene Maja“ gebracht wurde.
Ein großer und stimmgewaltiger Chor ist der Kirchenchor St. Peter und Paul mit seinem Dirigenten Heinrich Thuy, der mit viel Power und großer Klangentfaltung den Abschluss des Konzerts gestaltete. Dass die rund 80 Sängerinnen und Sänger nicht nur im geistlichen Bereich zu Hause sind, bewiesen sie mit drei Volksliedern zu Beginn ihres Auftritts. Besondere Begeisterung riefen aber die temperamentvoll gesungenen Spirituals hervor, bei denen besonders eine Sopransolistin mit toller Soulstimme gefiel.
Vor dem gemeinsamen Abschluss aller drei Chöre überreichte Roman Pflüger Kaspar Kausch für 50-jährige Vereinstreue die goldene Ehrennadel. Auch Dr. Peter Schmitt, der die Idee zu dem gemeinsamen Konzertabend gehabt hatte, wurde mit einem Präsent bedacht.
Mit dem Song „The Little Light of Mine“, gesungen von knapp 150 Stimmen, dirigiert von Ulrich Diehl, am Klavier begleitet von Heinrich Thuy endete ein gelungener Abend, der einen Markstein in der Geschichte der TG Camberg bezeichnet.
Nassauische Neue Presse 03.04.2006
|