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Turngemeinde Camberg 1848 e.V.

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Turngemeinde Camberg 1848 e.V. - Chronik der Abteilung Leichtathletik




In den ersten Nachkriegsjahren, zwischen 1946 und 1950, betrieb man in der Turngemeinde Camberg schon Leichtathletik, aber unter der Bezeichnung „Volkstümliches Turnen“. In einer Mitgliederversammlung im Mai des Jahres 1950 wurde beschlossen, das erste Mal nach dem Krieg wieder ein Staffellauf „Rund um Camberg“ durchzuführen. Bei diesem ersten Staffellauf siegten die Turner gegen den Sportverein. In einer Vollversammlung der TG Camberg im Mai 1951 wählten die Mitglieder Herbert Falkenbach als Trainingsfüher für die TG-Läufer, der sie auf den Staffellauf „Rund um Camberg“ am 1. 7. 1951 gut vorbereiten sollte. Dieser erste Schritt zur Abteilungsgründung kam dem Wunsch der damaligen jungen Leichtathleten entgegen, haupt- sächlich nur noch an den unter DLV-Organisation stattfindenden Wettkämpfen (Kreis-, Beziks-, und Landesmeisterschaften) zu starten, da die Wettkampfergebnisse von Turnfesten in den Besten listen des Deutschen Leichtathletikverbandes (DLV) keine Berücksichtigung fanden. Trainingsmöglichkeiten bestanden damals nur auf dem alten Sportplatz (heute Reitplatz), auf den Kurparkwegen und im Wald. Somit entwickelte sich zuerst eine erfolgreiche Läufergruppe im Männer- und A-Jugendbereich. Im Februar 1953 wurde bei den Vorstandswahlen mit Heinz Müller (Burgstr.) erstmals offiziell ein Leichtathletikwart in den Vorstand gewählt. Nach dem Bau einer Weitsprunganlage und eines Kugelstoßrings auf dem alten Sportplatz (in Eigenhilfe) ging es auch in den Sprung- und Wurfdisziplinen aufwärts. In diesen Disziplinen, sowie im Sprint, bildete sich mit Unterstützung der Turnerinnen bald auch eine starke Frauengruppe, die mit den Läufern bei Kreis-, Bezirks-, und Landesmeisterschaften erfolgreich an den Start gingen. In den Anfangsjahren haben auch die Aktiven Claus Schmitt, Wolfgang Emmenthal, Heinz Müller (Bahnhofstr.), Herbert Fasel, Günther Schenk, Werner Schmitt, Bruno und Walter Schütz sowie Alois Fiedler die neue Abteilung durch ihren Einsatz und beachtliche Leistungen geprägt. 1954 übernahm Claus Schmitt das Amt des Leichtathletikwartes. 1958 wählte die Mitgliederversammlung Wolfgang Weismüller und Walter Schütz in die Abteilungsführung, wobei Wolfgang Weismüller, bis auf eine kurze Unterbrechung während seines Studiums, noch heute als Abteilungsleiter im Amt ist. Während seiner Abwesenheit hatten Alois Fiedler und Hans-Klaus Schmitt die Abteilung betreut. 1954 stand erstmals in der Kreisstadt Limburg mit der „Lahnkampfbahn“ eine neue 400 m-Rundbahn zur Verfügung, die von unseren Sportlern bei den angebotenen Wettkampfmöglichkeiten eifrig genutzt wurde. Mit der Fertigstellung der TG-Vereinshalle im Jahr 1957 verbesserten sich auch die witterungsunabhängigen Trainingsmöglichkeiten im Winter, denn ein regelmäßiges „Wintertraining für Leichtathleten“ war in den ersten Gründerjahren eine weitgehend unbekannte Trainingsperiode. 1957/58 erfolgte - angrenzend an den in die Pfortenwiesen verlegten TG-Turnplatz und die neue Vereinsturnhalle - der Bau eines neuen Sportplatzes. Dieses Sportgelände wurde mit einer kleinen Aschenbahn (4 Bahnen) umrandet, die ca. 360 m lang war und Kurvenkrümmungen von fast 90 Grad hatte. Aufgrund der stadtnahen Lage des neuen Sportgeländes konnte das Leichtathletikangebot auf die B-Jugend- und A-Schülerklassen erweitert werden. Zeitgleich mußte leider ein erheblicher Rückgang der aktiven Wettkämpfer(-innen) im Erwachsenenbereich verkraftet werde (berufliche Gründe bzw. Beendigung der Laufbahn). Es begann nun der Neuaufbau einer starken Jugendgruppe (männl. und weibl.) mit vielversprechenden Talenten, die bei Bezirks-, Hessischen und Deutschen Meisterschaften beachtliche Erfolge erzielten und sogar zu Länderkampfeinsätzen kamen. In der Leistungsspitze der Abteilung gab es 1968 einen starken Einschnitt, da fast alle Spitzenkönner wegen der ungenügenden Trainingsmögkeiten in Camberg zu anderen (Groß-) Vereinen abwanderten oder zur Bundeswehr eingezogen worden sind. Im gleichen Jahr wurde die durch mehrere Hochwasser zerstörte und zugewachsene „Rundbahn“ durch eine neue, einwandfreie 100 m-Aschenbahn mit 4 Laufbahnen ersetzt. Ein nochmaliger Neuaufbau in der TG-Leichtathletik unter Einbeziehung der Schülerklassen B und C mußte in Angriff genommen werden. Bis Mitte der 70iger Jahre entwickelte sich die TG Camberg zu einem der erfolgreichsten Vereine des Kreises in den Schüler- und Jugendklassen. Auf der neuen 100-m-Bahn - die auch von den Sprintern der umliegenden Vereine als „schnellste“ Aschenbahn des Leichtathletikkreises bezeichnet wurde sind regelmäßig Sportfeste und Vereinsmeisterschaften organisiert worden. Zum 125. Vereinsjubiläum 1973 richtete die Leichtathletikabteilung auf dem Turn- und Sportplatz ein Jubiläumssportfest aus, bei dem über 130 Teilnehmer auf dem beengten Sportgelände herausragende Leistungen zeigten. Ab Mitte der 70iger bis Mitte der 80iger Jahre gab es immer wieder Höhen und Tiefen im sportlichen Geschehen der Abteilung. Außerdem führte besonders im Jugendbereich die Konkurrenz der in Camberg neu angebotenen Sportarten Handball, Tischtennis und Volleyball zur Abwanderung vieler talentierter Nachwuchsathleten(-innen). Die Zusammenlegung der Leichtathletikkreise Limburg und Oberlahn im Jahr 1975 verstärkte zusätzlich die Konkurrenz auf Kreisebene und es konnte trotz guter Nachwuchsarbeit in der einen oder anderen Wettkampfsaison keine nennenswerte Erfolge verbucht werden. Zur Erweiterung des Angebotes im Breiten- und Freizeitsport erfolgte 1980 die Einrichtung eines Lauf-Treffs. Auch immer mehr Männer und Frauen starteten in dieser Zeit (meist als Einzelstarter) bei Volks-, Straßen- und Marathonläufen, was 1986 zur Gründung einer weitgehend sebstständigen Langstrecklergruppe führte. Einen Freudentag hatten die TG-Leichtathleten im August 1990 mit die Einweihung eines lang ersehnten neuen Stadions, einschließlich einer 400 m-Kunststoff-Rundbahn in der Pommernstraße (bisher einzige Anlage im Kreis Limburg-Weilburg). Seit der Inbesitznahme dieser optimalen Trainings- und Wettkampfstätte in Bad Camberg ist ein langsamer, aber stetiger Aufschwung der Leichtathletik in der TGC zu verzeichnen. Die Erfolge bei Meisterschaften häuften sich und im Jahr 1994 erfolgten die ersten Berufungen von TG-Nachwuchstalenten in den D- bzw. D 1- Kader des Hessischen Leichtathletikverbandes, nachdem bei Hessischen Meisterschsften im Schüler- und Jugendbereich 1. Plätze erkämpft wurden. Im Sportzentrum an der Pommernstraße sind jährlich 8 bis 14 Leichtathletik-Wettkampfver- anstaltungen von der Abteilung organisiert worden (Vereins-, Kreis-, Bezirks- und Landesmeisterschaften, Jugend trainiert für Olympia). Seit 1990 war die TGC schon vier mal Ausrichter von Hessischen Leichtathletikmeisterschaften. 1990 und 1992 übertrug der HLV der Abteilung die Hessische Seniorenmeisterschaften, 1996 die Hessische Langstaffel- und 1997 die Hessischen Schülermeisterschaften. 1997 konnte die Wettkampfabwicklung auf elektronische Datenverarbeitung umgestellt und für alle Laufwettbewerbe eine elektronische Zeitmeßanlage angeschafft werden. Als eine neue, größere Leichtathletikveranstaltungen der TG Camberg ist auf Initiative unseres Jugendtrainers Hartmut Tschaikowsky zum Beginn der Bahnsaison regelmäßig im Mai/Juni ab 1994 das Bad Camberger Schülersportfest (2001 die 7. Veranstaltung) und ab 1997 zusätzlich ein nationales Weitsprungmeeting (2001 die 5. Auflage) in das TG-Veranstaltungsprogamm aufgenommen worden. Bei diesem nationalen Weitsprungmeetings sind von den Bundestrainern „Weitsprung“ jeweils die besten deutschen Junioren-Weitspringer und 1998 auch die deutsche Männer-Spitzenklasse des DLV zu Ausscheidungswettkämpfen, z. B. für den Europapokal, die Europameisterschaften bzw. Junioren-Weltmeisterschaften, nach Bad Camberg eingeladen worden. Bei diesen Sichtungs- und Qualifikationswettkämpfen der deutschen Weitsprungelite konnte der Weitsprung-Stadionrekord im Jahre 2000 auf 8,22 m hochgeschraubt werden. Etwa 180 bis 200 Kinder, Jugendliche und Erwachsene (ohne Lauf-Treff und Langstrecklergruppe) werden zur Zeit in der Leichtathletikabteilung wöchentlich betreut. Ein engagiertes Team von Trainerinnen und Trainer möchten den mittlerweile hohen Leistungsstandart aufrecht erhalten, benötigen daz aber noch weitere Mitstreiter im Training und bei der Betreuung. Die optimalen Trainingsmöglichkeiten im Bad Camberger Sportzentrum locken auch talentierte Athletinnen und Athleten anderer Vereine in unsere Trainingsgruppen. Somit darf angenommen werden, (wenn’s auch immer wieder überraschende Ausfälle gibt) daß die TG-Leichtathletik in den nächsten Jahren weiterhin im Aufwärtstrend bleiben wird.

gez. Wolfgang Weismüller
Stand: 9./2001

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  Wolfgang   Weismüller
  Beethovenstr. 8
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